Brief einer Muslima, sehr lesenswert

Vor ein paar Tagen erreichte uns eine Stellungsnahme einer Muslima, die wir kennen und deren menschliche Art wir schätzen.
Da wir sie natürlich nicht in Gefahr bringen möchten, werden wir ihren Namen hier nicht nennen, wir bitten um Verständnis.
Und hier ihr Bericht, sehr lang, aber auch sehr lesenswert:

Salam aleikum ihr Lieben, da das Thema Salafisten, und Salafisten gegen Schiiten in letzter Zeit vermehrt in den Medien diskutiert wird, dachte ich ich schreibe auch einfach mal etwas dazu. Im Gegensatz zu den meisten, habe ICH nämlich mit ein paar Salafis zu tun (leider) und kann daher aus erster Hand berichten. Ich schreibe diesen Artikel nicht, weil ich gerne lästern möchte, sondern weil ich den Menschen helfen möchte und auch nach Lösungsvorschläge suchen möchte , damit Muslime und Nichtmuslime gemeinsam gegen Salafisten/Wahabiten/Vogelanhänger vorgehen können. Dieser Text richtet sich ausdrücklich NICHT gegen Muslime, ich bin selber stolze Sunnitin und trotzdem oder vielleicht gerade deshalb besonders alarmiert über die Entwicklungen die ich in den letzten Monaten beobachten konnte, dazu aber später mehr.

Nun aber erstmal zu „meiner Geschichte“: (Ich bleibe lieber anonym, ich möchte nicht in irgendeinem Erdloch verbuddelt werden oder im nächsten Flieger nach Syrien sitzen) Das ganze fing vor gut 1 Jahr an, wir waren gerade in eine neue Stadt gezogen und ich kannte NIEMANDEN. Ich hatte keinerlei soziale Kontakte und habe mich zu Hause zur Tode gelangweilt. Über eine Facebookseite lernte ich dann eine Muslima aus der Nähe kennen und sie lud mich ein doch mal in die Moschee zu kommen um sie und noch andere Schwestern kennen zu lernen. Ich war begeistert! Davor war es schon so weit gekommen, dass Gespräche mit Kassiererinnen mein absolutes Tageshighlight waren. In der Moschee angekommen, fand ich auch recht schnell Anschluss und freute mich darüber wenigstens einmal die Woche einen festen Termin zu haben. Wir frühstückten zusammen, die Kinder spielten, wir lasen dann Koran und bereiteten kleine Vorträge vor. Das erste mal, dass mir etwas komisches auffiel war nach so ca. 3 Monaten. (Der Fairness halber muss ich an dieser Stelle sagen, dass nicht die Moschee oder alle Muslimas dort das Problem sind, sondern es um einzelne Personen ging) Ich wurde von einer Schwester zu sich nach Hause eingeladen um Koran lesen zu lernen. Wir waren zu dritt, übten Arabisch zu lesen und unterhielten uns ein bisschen. Sobald das Gespräch aber auf persönliche Themen abschweifte, machten beide dicht. „Wir sollten wieder etwas produktives machen, möge Allah uns vergeben“. Danach betete ich mit einer der anderen Schwestern zusammen, als wir fertig waren fragte uns die andere warum wir so schnell beten (es war ein Mittagsgebet, das geht ca. 5 Minuten wenn man es langsam macht) wir waren beide etwas irritiert und fragten was sie meinte: sie war schockiert, dass wir nicht die Sunnagebete verrichtet hatten (FREIWILLIGE zusätzliche Gebete). An diesem Tag war es das erste Mal, dass ich mich wirklich schlecht fühlte, als eine schlechte Muslima. Dieses Gefühl sollte in den weiteren Wochen noch verstärkt werden: Nachdem Nelson Mandela verstorben war, postete ich auf meiner FB-Seite ein Bild von ihm mit der Überschrift „RIP“ und bekam promt per Privatnachricht mitgeteilt, dass ich es doch bitte unterlassen soll Ungläubigen etwas Gutes zu wünschen (nachdem sie gestorben sind), ich war ziemlich schockiert: 1. weil ich Nelson Mandela für einen besonderen Mann gehalten habe und das bitte auch kund tun darf und 2. weil meine Familie selber aus „Ungläubigen“ besteht und ich für sie beten möchte, auch noch nach ihrem Tod. Ich sprach es in der nächsten Woche in der Moschee an (die Frau, die mir diese bezaubernde Nachricht geschickt hat war auch da) und bekam nur ein trockenes: „Ja aber wenn man als Ungläubiger stirbt kommt man halt in die Hölle“ zu hören. Die dort anwesenden Schwestern sind fast alle Deutsche Konvertierte, also sind sie wohl auch damit einverstanden, dass ihre Familie in die Hölle kommen. Auf die Frage warum ihnen das nichts ausmacht kam nur ein „Allah weiß es eben besser“. An Weihnachten und Silvester wurde es mir dann zu viel: Ich habe wie schon erwähnt keine muslimische Familie und habe auch viele Nichtmuslime in meinem Freundeskreis, ich selber feier zwar kein Weihnachten mehr, beschenke aber trotzdem diejenigen die es feiern und genieße auch die Atmosphäre die zur dieser Zeit herrscht: in der Moschee lernte ich allerdings, dass man wenn man jemandem Frohe Weihnachten oder ein frohes neues Jahr wünscht zum Ungläubigen wird, selbst wenn man auf diesen Gruß mit einem „Danke, dir auch“ antwortet wird man zum Ungläubigen (weil man mit diesen drei Worten OFFENSICHTLICH anerkennt, dass Jesus der Sohn Gottes wäre). Ich war wirklich genervt, war ständig vom schlechten Gewissen geplagt: weil ich NUR die Pflichtgebete verrichtete, mich gerne einfach zum Quatschen auf einen Kaffee treffe, gerne Musik höre, gerne Sendungen gucke, gerne bunte Kopftücher trage, zwar Abayas besitze, sie aber nicht immer tragen möchte, mich mit Christen für ihre Feste freuen möchte und – möge Gott mir vergeben- ohne meine Familie im Paradies einfach keinen Spaß hätte. Ich ging zwar weiterhin regelmäßig in diese Moschee (weil die anderen Frauen wirklich nett waren), fühlte mich aber zunehmend unwohler und hatte auch keine Freude mehr daran selbst Vorträge vorzubereiten. Beschwert habe ich mich erst nach folgenden Aussagen: „Schiiten sind keine Muslime sondern eine Sekte“ , „Uganda hats drauf, die wehren sich wenigstens gegen Schwule“, „wir (alle Muslime) hassen Juden doch auch“ und „wer seine Kinder von diesen Kuffar groß ziehen läßt ist selber schuld“. (Nachdem ich erzählt, habe dass ich gerne weiter studieren möchte und mein Kind daher zu einer Tagesmutter oder in eine Kindergruppe soll). Nachdem ich mich beschwert habe (bei der Vorsitzenden dieser Gruppe) hat sich NICHTS geändert, überhaupt nicht. Als Antwort kam „Die sind noch jung und die meinen das nicht so“ Die oben genannten Aussagen kamen alle von 2 Schwestern, eine ist 2 Jahre jünger als ich, die andere 3 Jahre älter. Ich kann es also nicht als dummes Teeniegerede abtun. Es gab weder Gespräche noch sonst irgend etwas. Man nahm es einfach so hin und tut dies auch jetzt noch. Am meisten schockiert mich jedoch diese Bereitschaft NICHTS zu hinterfragen und ALLES zu verteidigen, so habe ich also Aussagen wie „Ja Aischa war 6, aber sie wollte es doch selbst“ gehört (ich poste gleich gerne nochmal die Quellen, die eben aussagen, dass sie zwischen 14 und 21 war als die ehe vollzogen wurde), das Ungläubige eben in die Hölle kommen, weil sie es ja verdient haben (obwohl im Koran nicht ausdrücklich steht, dass es so ist). Und auch das jede Art von Nachfragen über den Koran und Hadithe absolut nicht willkommen sind. Obwohl Allah uns selbst im Koran dazu auffordert nach Wissen zu streben. Was das ganze mit Salafis zu tun hat? Eine ganze Menge, ihr werdet kaum jemanden finden, der sich dazu bekennt, Salafist zu sein (das Wort wurde schließlich von RTL erfunden ), dennoch ist dieses blinde folgen, dieses andere verurteilen, diese „Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns“-Einstellung ziemlich eindeutig und zeigt welchem Weg diese Leute folgen. Als ich ihnen Videos zeigte in denen Pierre Vogel unislamisch handelt (in dem er andere Kafir und Munafiqun nannte), kam nur ein „Ach der meint das ja nur gut und will die Leute warnen“. Ob diese beiden Frauen gefährlich sind? Nein. Ob sie es werden könnten? Ja, definitiv. Weil sie gegen Deutschland sind, gegen Freiheit, weil sie nur ihr eigenes Weltbild interessiert, weil sie denken Scharia sollte es auch hier geben (Hartz 4 dürfte es aber bestimmt weiterhin geben) und weil sie Predigern blind folgen, weil sie einfach aus Prinzip immer für die sind, die ihnen PV und Co empfehlen, weil sie keine Ahnung von Politik haben, aber trotzdem welche machen möchten. Weil sie nur in schwarz und weiß denken. Assad ist böse, die Rebellen gut. Schiiten sind böse, Sunniten gut. Ungläubige sind böse, Muslime gut. Und Erstere darf man töten, wenn irgendjemand das sagt. Die Beispiele die ich oben genannt habe sind noch harmlos! Wenn ich mich auf Salafisseiten umschaue gruselt es mich und ich muss da leider zugeben, dass ich es verstehen kann, wenn Leute Muslime hassen oder Angst vor dem Islam haben. Kurz noch zu mir und dann bin ich fertig: Ich habe von diesen Salafisten einiges gelernt (man soll mir ja nicht unterstellen ich wäre undankbar oder so): dass ich gerne Muslima bin, dass ich aber an einen barmherzigen Gott glaube, der niemanden auf ewig in der Hölle foltert, weil er mal 5 Minuten zu spät zum Gebet kam, ich glaube an einen netten und herzlichen Propheten, der den Leuten gutes wollte und ein netter Ehemann und Vater war. Und ich genieße meine Religion jetzt mehr und vor allem ohne ein schlechtes Gewissen wegen jeder Kleinigkeit zu haben. Zum Schluß noch eine Bitte an die Nichtmuslime die das jetzt alles gelesen haben: Diese Salafisten sind die Minderheit, wir normalen Muslime sind nicht so: ja wir sind anders als ihr aber so anders nun auch wieder nicht: wir beten, wir fasten, wir ziehen uns anders an, aber auch wir haben gerne Spaß und sind nicht nur Ernst und religiös. Und: wir leben gerne hier und mögen Deutschland so wie es ist. Wir wollen keine Scharia, wir wollen niemandem verbieten Bikini zu tragen, wir hassen euch nicht. bitte versteht diesen Unterschied und macht uns nicht für die Taten von dieser schrecklichen Randgruppe verantwortlich! Danke